Mein Name ist Karen Schäfer.
Vor vierzehn Monaten bekam ich eine Kniegelenksprothese im linken Knie.
Ich bin 58. Ehemalige Krankenschwester. 30 Jahre auf den Beinen. Mein Knorpel war komplett abgenutzt — Knochen auf Knochen.
Mein Chirurg sagte, die OP würde mir mein Leben zurückgeben.
Ich habe ihm geglaubt. Ich musste ihm glauben.
Die Operation selbst lief gut. Bilderbuchmäßig, sagten sie.
Dann kam die Reha. Sechs Wochen Kühlmanschetten, Kompressionswickel und Physiotherapie — dreimal pro Woche.
Ich habe jede einzelne Übung gemacht. Jede Dehnung. Jede schmerzhafte Wiederholung.
Ich bin hingegangen, auch wenn ich nicht wollte. Ich habe durchgehalten, wenn sie sagten, ich soll durchhalten.
Ich war die „perfekte Patientin."
Ungefähr im dritten Monat ließ der OP-Schmerz nach. Ich dachte, die Ziellinie sei nah.
Aber dann schlich sich etwas anderes ein.
Ein tiefes, brennendes Ziehen. Nicht dasselbe wie vor der OP. Anders. Aber immer noch da.
Ich sagte es meinem Chirurgen bei der Nachkontrolle. Er rief das Röntgenbild auf. Alles sah perfekt aus.
„Das Implantat sitzt hervorragend. Geben Sie ihm mehr Zeit," sagte er.
Ich gab ihm mehr Zeit.
Sechs weitere Monate.
Das Ziehen ging nie weg.
Jeden Morgen schwang ich die Beine aus dem Bett und spürte dieses vertraute Brennen.
Mein erster Gedanke, jeden einzelnen Tag: Es hat nicht funktioniert.
Da begann der eigentliche Schmerz. Nicht im Knie.
Im Kopf.
Denn ich hatte meine letzte Karte ausgespielt.
Die OP war die „große Lösung." Die letzte Option. Und sie war nicht genug.
Mir blieb nichts mehr übrig, was ich hätte versuchen können.